zum Thema
SICHTART Mariahilferstraße 112
zum Thema
Donnerstag 9. April 2026 17:00 – 21:00
Philosophische Praxis, St. Pölten, Ranzonigasse 5
Manche Gespräche, die ich in der philosophischen Praxis mit anderen führen darf, haben den Charakter einer Lebensbeichte. Das Wort „Beichte“ hat für einige möglicherweise eine religiöse Konnotation. Meist geht es aber in diesen Gesprächen aber nicht darum, sondern mehr um den Wunsch und das Vorhaben dieser Gäste, sich Zeit zu nehmen, das eigene Leben und dessen Lauf ungeschminkt zu erzählen.
Manche tun das vielleicht lieber im inneren Zwiegespräch mit sich selbst. Andere lieber vor jemand anderem, gleichsam als Zeugen. Manche haben dies vor dem Weltpublikum getan, wie Aurelius Augustinus oder Jean-Jacques Rousseau. Mit Augustinus werden wir uns beim kommenden Treffen am 9. April in St. Pölten befassen.
Wenn man sich auf das Thema der Lebensbeichte einlässt, führt diese Form der Auseinandersetzung mit sich selbst unvermeidbar gleichzeitig auch zu einer Betrachtung dessen, wie wir erinnern, was Erinnerung überhaupt ist, und welchen Umgang wir mit ihr pflegen. Als ein frühes und berühmtes Beispiel einer Lebensbeichte gelten die Bekenntnisse von Aurelius Augustinus. Im zehnten Buch dieses einflussreichen Werkes behandelt der Autor das Thema „Erinnerung“. Dieser Text wird bei diesem Treffen unser hauptsächlicher Bezugspunkt sein.
Als zweiten Bezugspunkt wird uns der Film Der Mann ohne Vergangenheit des finnischen Regisseurs Aki Käurismäki dienen, um die Tatsache zu würdigen, dass das Vergessen, ebenso wie das Erinnern, auch befreiend sein kann.
Text: Aurelius Augustinus, Bekenntnisse, 10. Buch.
Film: Aki Kaurismäki, Der Mann ohne Vergangenheit, Finnland 2002.
Anmeldung über Anmeldeformular oder formlos an amannmarkus@gmail.com oder unter 06767772322
STERBEN LERNEN MEISST LEBEN LERNEN
DENKEN, WAS IST DAS EIGENTLICH?